In der ehemaligen Bäckerei Vochazer in der Maurachgasse 32 in Bregenz wird anstatt Brötchen an der „Zukunft gebacken“. Neben einer Bürogemeinschaft – bestehend aus Richard Steiner (Werkstatt West), Philipp Oberforcher (Digitalmaker) und mir flo Oberforcher (Gastgeber) – bietet die Bäckerei Räumlichkeiten zum Träumen, Schaffen und Zuhören. Meine Erfahrungen der letzten 10 Jahre betreffend kreativer und inspirierender Räume, in denen ich als Facilitator überall wirksam sein durfte, habe ich nun meinen eigenen Schaffensraum – die Bäckerei Vochazer gepackt.

3 unterschiedliche Räume stehen zum selber Anbacken zur Verfügung:

Rollläden und Herz geöffnet

Im Jänner 2018 lernte ich im Zuge der stattcooperative Georg Vochazer kennen. Seines Zeichens Bäcker der über die Stadtgrenzen hinaus bekannten ehemaligen Bäckerei Vochazer. Beim gemeinsamen drüber Nachdenken, wie wir leerstehenden Raum in Bregenz wieder beleben können, lernten wir uns Stück für Stück besser kennen. Auch die ehemalige Backstube von Georg stand bereits seit vielen Jahren leer. So wurde die Idee in der stattcooperative geboren, die „weltberühmten Vochazerle“ (Kokosbusserl Kekse) unter fachlicher Anleitung von Georg gemeinschaftlich zu backen und in der Vorweihnachtszeit im alten Verkaufsladen an den Mann und die Frau zu bringen. In freudiger Vorbereitung auf dieses erinnerungswürdige Ereignis durfte ich mit Georg zum ersten mal meine Füsse in die ehrwürdige Backstube setzen.

An diesem Abend erzählte ich meiner Familie zuhause, dass ich meinen „Traumraum“ für mein zukünftiges berufliches Wirken gefunden hatte. Kurze Zeit später frage ich Georg bei einem neuerlichen Besuch in der Bäckerei, ob wir nicht wieder etwas Leben in die Bäckerei bringen wollten. Georgs Antwort lautete: „Ja flo, mit dir kann ich mir das vorstellen.“ Stolz wie Oskar und mit einer Vision im Herzen dachte mein Kopf von diesem Moment weg über die zukünftigen Möglichkeiten der Bäckerei nach. Viele weitere Besuche mit Georg folgten und ein Moment blieb mir dabei ganz besonders in Erinnerung.

Georg und ich standen in der Backstube und ich bat Georg doch mal die Rollläden der Fenster zu öffnen, die nunmehr seit fast 20 Jahren geschlossen waren. Er kam dieser Bitte nach und Fenster für Fenster durchflutete Sonnenlicht den verstaubten Raum. In einer Mischung aus Glanz und Staub meinte Georg ganz nüchtern: „Eigentlich voll hell hier drinnen in der Bäckerei.“ Von diesem Moment an wusste ich, dass Georg nicht nur die Rollländen geöffnet hatte, sondern auch sein Herz für alles, was jetzt kommen mag 🙂 …

Keine Zukunft ohne Vergangenheit

unbekannt

15 Geschichten rund um die Bäckerei Vochazer und die Maurachgasse

Geschichte 1

Geschichte 2

Geschichte 3